Geschichte des Vereins

von 1905 - 2005                                                           

Aus der Chronik des Krieger-, Soldaten- und Kameradenvereins (KSKV) Lengfeld

Unser Kriegerverein, damals noch unter dem Namen "Krieger- und Militärverein" wurde 1905 gegründet. Im Jahre 1907 fand die erste Fahnenweihe statt. Das dazu gehörende Fahnenband wurde zum 100-jährigen Gründungsfest restauriert, im Gottesdienst gesegnet und wieder an die Fahne geheftet. Ebenso wurde mit dem Totenband 1866-1870 verfahren.

In der Zeit des Ersten Weltkrieges von 1914-1918 wurde das Vereinsleben unterbrochen. Sämtliche Vereine, darunter auch die Kriegervereine, wurden verboten und die Fahnen beschlagnahmt.

Im Jahre 1952 haben die Kameraden Prokop und Büglmeier sen. die Vereinsarbeit des Krieger- und Militärvereins wieder aufgenommen. In einer Versammlung am 1. Januar 1953 wurde der Verein mit dem Namen "Krieger- und Soldatenverein" unter dem 1. Vorstand Karl Grünbeck sen. wieder ins Leben gerufen. Der damals 34-jährige Vorstand führte den Verein die ersten Jahre des Wiederaufbaus in mühseliger Kleinarbeit zum heutigen Erfolg. Neben der Pflege und der Fürsorge seiner Kriegskameraden versuchte er er die kulturellen und kameradschaftlichen Ereignisse wieder ins Leben zu rufen. Er verteilte die Arbeit auf mehrere Schultern, als 2. Vorstand fungierte zunächst Johann Zahnleitner und später Heinrich Rieger. Für die Kassenarbeit war der Wirt Ludwig Kugler vom Gasthaus Kugler verantwortlich, das zugleich das Vereinslokal wurde. Die schriftlichen Geschicke wurden dem damaligen Schulleiter Otto Reichl übertragen. Mit dieser Mannschaft begann die eigentliche Vereinsarbeit. Der Jahresbeitrag für die Mitglieder betrug zu dieser Zeit 2,00 DM. Im Vergleich zu dem damaligen Jahreseinkommen eines Arbeiters war für die Vereine nicht mehr aufzubringen. Der Vorstandschaft gelang auch in jener kargen Zeit gute Arbeit zu leisten. Krankenbesuche standen für alle Vereinsmitglieder an erster Stelle. Neben der alljährlichen Weihnachtsfeier und den Kameradschaftsabenden, die der Lehrer Otto Reichl leitete, beteiligte sich der Verein auch an der Fronleichnamsprozession. Der Höhepunkt eines Jahres war der Heldengedenktag, der heutige Volkstrauertag.

Mit Errichtung des Kriegerdenkmals hat sich der Krieger- und Soldatenverein in den 60er Jahren ein Mahnmal geschaffen. Somit konnte der bereits eingesessene Vorstand mit seiner Vorstandschaft in den Jahreshauptversammlungen erfolgreiche Vereinsjahre nachweisen. Der Verein etablierte sich mit vielen Veranstaltungen in der Dorfgemeinschaft. In den 60er und 70er Jahren konnte man den Mitgliedern durch Vereinsausflüge, gesellschaftliche Veranstaltungen und Fahnenweihen in der Nachbarschaft auch etwas bieten. 

Das 75-jährige Gründungsfest wurde 1980 gebührend gefeiert. Die durch die Kriegsjahre gekommene Fahne wurde in der Fahnenstickerei in Coburg restauriert. Karl Grünbeck erklärte dieses Vorhaben zur "Chefsache". Als Fahnenträger fungierte der Kriegsteilnehmer Johann Zettl sen., seine beiden Begleiter, ebenfalls Kriegsteilnehmer hießen Edmund und Alfred Gottfried. Beim 75-jährigen Gründungsfest 1980 konnte man den damaligen Jagdpächter Josef Fischer als Schirmherrn gewinnen. Als Festmutter fungierte die Bäuerin Fanny Zettl, die bis heute dem Verein treu zur Seite steht und das 100-jährige Gründungsfest als Ehrenmutter begleitete. Vor 25 Jahren fand dieses Fest in der Maschinenhalle von Heinrich und Paula Rieger statt, wobei der junge und dynamische Karl Hauner als Festleiter mit glücklicher Hand regierte. Dieses Ereignis war für den Vorstand Karl Grünbeck, sowie für den ganzen Verein kulturell und finanziell ein voller Erfolg.

Im Jahre 1987 übergab Karl Grünbeck das Amt des Vorstandes nach 34 Jahren in jüngere Hände. In der Jahreshauptversammlung übernahm Manfred Sollfrank die Leitung des Vereins. Ihm zur Seite standen zunächst noch Karl Grünbeck und dann Michael Judemann als 2. Vorstand. In seiner 8-jährigen Tätigkeit lenkte er die Geschicke des Vereins, pflegte die Tradition, das Brauchtum und die Geselligkeit. Es gelang ihm in dieser Zeit gerade junge Soldaten und Kameraden als Mitglieder zu gewinnen. Altersbedingt und aus gesundheitlichen Gründen musste der langjährige Vereinswirt der "Kugler Luk" 1985 seine Gastwirtschaft schließen. Schnell wurde in der Gastwirtschaft Schreiner ein neues Vereinslokal gefunden, das bis heute das Zuhause des Kriegervereins ist.

Die Mitgliedsdaten wurden nachträglich erhoben, um den richtigen Zeitpunkt für Ehrungen und Geburtstagsgrüße nicht zu vergessen. Da der damalige Vorstand Manfred Sollfrank Mechaniker von Beruf war, restaurierte er die vereinseigene Kanone. Die Mitglieder des Vereins kennzeichnen sich seit damals mit den neu entworfenen Abzeichen. Das große Zeichen wird in die Jacke gesteckt, in der kleinen Ausführung wurde eine Anstecknadel geschaffen. Noch heute erinnern sich viele Mitglieder an gelungene Ausflüge, an die Fahnenweihen oder an die alljährlichen Weihnachtsfeiern.

An der Jahreshauptversammlung 1995 stellte sich Manfred Sollfrank leider nicht mehr zur Wiederwahl und der damalige Kassier Anton Gammel übernahm zusätzlich das Amt des 1. Vorstands, das er bis zum 1. März 1997 ausübte. Eines der Höhepunkte seiner Amtszeit war das 90-jährige Gründungsfest zudem die Vereinsfahne restauriert wurde. Dieses Fest wurde mit einem Ehrenabend mit den Orts- und Nachbarvereinen gebührend gefeiert. Das Festmädchen Sylvia Schreiner, damals 6 Jahre alt, brachte die Erinnerungsbänder für die Orts- und Nachbarvereine.  Ein besonderes Augenmerk richtete er auf die vereinseigene Kanone, die an den Festtagen, sowie bei den Beerdigungen verstorbener Mitglieder zum Einsatz kam.

In der Jahreshauptversammlung am 1. März 1997 wurde Max Pregler zum 1. Vorstand gewählt. Im ersten Jahr durfte der neue Vorstand und Neuling im Kriegerverein Lengfeld gleich als erstes die Einweihung des neuen Gemeindehauses von Bad Abbach erleben.Somit lernte er nicht nur den Bürgermeister Jakob Will mit den Markträten, sondern auch die Persönlichkeiten und die Vereine unserer Großgemeinde kennen. Unser Ehrenbürger Franz Weitzer führte ihn in die Gesellschaft ein. Mit der neuen Vereinskleidung , die im ersten Jahr angeschafft wurde, besuchte man viele umliegende Feste.

Im Juni 1998 feierte man in der neuen Maschinenhalle der Eheleute Hans und Sonja Zettl das 3-tägige Dorffest. Große Unterstützung erhielten wir von der Orts- und Kreisbäuerin Paula Rieger, die den prominenten Gastredner, den Präsidenten des Niederbayrischen Bauernverbandes, Senator Albert Schmallmoser, nach Lengfeld lotsen konnte. Auch bei der Organisation und Vorbereitung stand sie dem Verein mit großer Begeisterung und Einsatzfreude zur Seite. Als Schirmherrn konnte man wieder den Jagdpächter Josef Fischer gewinnen.

Fotos Chronik siehe Bildergalerie

Im Jahr 2005 stand das größte Ereignis des Vereins, das 100-jährige Gründungsfest vom 24. - 26. Juni an. Dem voraus ging am 16. April das Patenbitten zu unserem Nachbar-Kriegerverein Teugn. Bei strahlendem Sonnenschein machten sich viele Lengfelder, darunter auch unser Festleiter Max Pregler, unsere Festmutter Ilse Ciupka, unsere Festbraut Julia Saiko, sowie unsere Festdamen und Festmädchen auf den Weg. So wie es sich gehörte, knieten Festmutter, Festbraut und Festleiter in demütiger Haltung nieder und erbaten mit Ehrfurcht um die Übernahme der Patenschaft. Der Vorstand unseres Patenvereins Max Kammermeier war sichtlich gerührt um der innigen Bitten unserer charmanten Festmutter und Festbraut sowie des 1. Vorstands. Doch noch war nicht aller Tage Abend. Eine weitere Aufgabe wartete noch auf unsere Festmutter. Zwei Mädchen aus Teugn hielten ein Band, das noch durchtrennt werden musste. Herr Kammermeier reichte der Festmutter hierfür eine "extra frisch geschliffene" Schere. Mit Schweißperlen auf der Stirn probierte sie etliche Stellen, bis endlich das Band, unter Applaus der anwesenden Gäste in zwei Teile zu Boden fiel. Die Teugner Schlitzohren hatten das Band um einen Draht gewickelt. Nun waren unsere Teugner Kameraden zufriedengestellt und Max Kammermeier fragte seine Männer: "Wurden die Bitten und Taten unserer Lengfelder zur Zufriedenheit erledigt?" Ein lautstarkes "Ja" kam von ihnen. Beide Vorstände reichten sich die Hand und besiegelten damit die Patenschaft. Anschließend bewegte sich der Festzug unter der Marschmusik der Teugner Musikanten zum Gasthaus Loidl, wo man noch bis weit in die Nacht hinein bei gutem Essen und Trinken das "Patenbitten" ausklingen ließ.

Fotos Patenbitten siehe Bildergalerie

Endlich war nach großer Vorbereitung der 24. Juni 2005, der erste Tag unseres 100-jährigen Gründungsfestes angebrochen. Nachdem sich der Jubelverein, Festbraut Julia Saiko, Festdamen und Festmädchen, Schirmherr Reinhold Heigl und Festleiter Max Pregler bei unserer Festmutter Ilse Ciupka gestärkt hatten, zogen alle unter Marschmusik und in Anwesenheit unserers Patenvereins aus Teugn, unserer Ortsvereine und der Bevölkerung Lengfelds in das Festzelt ein, wo zünftig bis in die Nacht gefeiert wurde.

Am 25. Juni marschierten alle auf Einladung zu unserer Festbraut Julia Saiko. Nach einen gemeinsamen Imbiss ging man anschließend unter Begleitung der Musikkapelle zum Kriegerdenkmal. Hier gedachten alle an die verstorbenen und vermissten Kameraden der beiden Weltkriege. Am Abend wurden zahlreiche Kameraden für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt. Auch dieser Abend dauerte noch lang bis in die Nacht mit musikalischen Darbietungen.

Der Höhepunkt dieses Gründungsfestes war der Sonntag, 26. Juni. Nach dem Festgottesdienst, den Herr Pfarrer Robert Hegele zelebrierte, wurden die gesegneten Fahnenbänder an unsere Fahne geheftet. Nach dem Mittagessen stand der große Festzug an. Alle geladenen Vereine, der Jubelverein mit Festmutter, Festbraut, Festdamen, Schirmherrn und Patenverein zogen unter großem Jubel der am Straßenrand stehenden Bevölkerung aus Nah und Fern durch unseren Ort. Anschließend erhielten alle Vereine ein Erinnerungsband an dieses Gründungsfest. Gefeiert wurde natürlich wieder bis spät in die Nacht und man ließ dieses unvergessliche Fest ausklingen.

Max Pregler leitete als Vorstand die Geschicke des Krieger-, Soldaten- und Kameradenvereins Lengfelds bis zum Jahr 2006. Danach übernahm der 2. Vorstand Johann Schweiger die Führung mit einer neuen Vorstandschaft bis zum heutigen Tag.


Fotos Gründungsfest siehe Bildergalerie